Heute wird die Bundesregierung voraussichtlich über den beantragten Massekredit für das insolvente Unternehmen Quelle entscheiden. Um vorerst zu überleben benötigt das Versandhaus 50 Millionen Euro. Die Lage des Konzerns hat sich weiter verschärft und wurde bislang auch nicht richtig eingeschätzt. Am Samstag wurde bekannt, dass Quelle sein letztes Geld unmittelbar vor der Insolvenz an den Mutterkonzern Arcandor abtreten musste. Dieses Vorgehen, das sogenannte "Cash-Pooling", ist nicht unüblich.
Bisher hielt man sich in der Bundesregierung mit klaren Aussagen über die Zukunft des insolventen Versandhauses noch zurück. Nach dem Oberbayern-Parteitag am Samstag verlangte Horst Seehofer (CSU) jedoch, Angela Merkel müsse nun in Berlin dafür sorgen, dass der Kredit über 50 Millionen Euro für Quelle von der Bundesregierung genehmigt werde. Seehofer betont, Bayern wolle die Quelle-Arbeitsplätze unbedingt retten. "Wir verbrennen keine Steuergelder, wir treffen verantwortliche Entscheidungen." Zudem erklärte er, die Insolvenz sei nicht das Ende von Quelle, sondern die Chance für einen Neuanfang. Auch innerhalb der Partei gibt hört man kritische Stimmen über die sich Seehofer durchaus verärgert zeigt. Fakt ist, das Unternehmen Quelle braucht kurzfristig 50 Millionen. 25 Millionen Euro für den sogenannten Massekredit soll der Bund beitragen, die Länder Sachsen und Bayern haben die andere Hälfte bereits zugesagt. Doch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) verzögert die Genehmigung der Millionen jedoch, weil er zuvor die wirtschaftliche Lage des Unternehmens genau untersuchen will.
Montag, 29. Juni 2009
Montag, 22. Juni 2009
Commerzbank-Chef Blessing plädiert für europaweite Finanzmarkt-Regulierung
Martin Blessing, Chef der Commerzbank, will den Kredit-Markt reglementieren.
Es erweist sich als äußerst schwierig, auf den Zusammenbruch der Finanzmärkte richtig zu reagieren. Der Chef der Commerzbank, Martin Blessing, fordert nun in ganz Europa striktere Vorschriften. Um mehr Stabilität zu gewährleisten müssten die Regulierungen auf dem Finanzmarkt vor allem im Bezug auf Kredite, jedoch auch in anderen Bereichen verschärft werden. Die Notwendigkeit dafür sieht er in der Gefahr nach dem Überstehen der Krise wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Die Auswirkungen der Kredit-Krise geraten zu schnell in Vergessenheit, daher zeigt der Commerzbank-Chef auch keine große Zuversicht hinsichtlich einer europaweiten Regulierung. Ein Umdenken findet bei den wenigsten statt. Viele seiner Kollegen hätten schon wieder dieselben Ziele vor Augen. In Großbritannien zum Beispiel werden in den ersten Chefetagen bereits wieder jene utopischen Bonuszahlen versprochen, von denen man sich kürzlich noch verabschieden wollte.
Es erweist sich als äußerst schwierig, auf den Zusammenbruch der Finanzmärkte richtig zu reagieren. Der Chef der Commerzbank, Martin Blessing, fordert nun in ganz Europa striktere Vorschriften. Um mehr Stabilität zu gewährleisten müssten die Regulierungen auf dem Finanzmarkt vor allem im Bezug auf Kredite, jedoch auch in anderen Bereichen verschärft werden. Die Notwendigkeit dafür sieht er in der Gefahr nach dem Überstehen der Krise wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Die Auswirkungen der Kredit-Krise geraten zu schnell in Vergessenheit, daher zeigt der Commerzbank-Chef auch keine große Zuversicht hinsichtlich einer europaweiten Regulierung. Ein Umdenken findet bei den wenigsten statt. Viele seiner Kollegen hätten schon wieder dieselben Ziele vor Augen. In Großbritannien zum Beispiel werden in den ersten Chefetagen bereits wieder jene utopischen Bonuszahlen versprochen, von denen man sich kürzlich noch verabschieden wollte.
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